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Die synthetische Evolutionstheorie – ein Überblick

Die synthetische Evolutionstheorie entstand, nachdem durch neue Erkenntnisse aus verschiedenen biologischen Bereichen ein neues Verständnis der Evolution ermöglicht wurde.
Erstmals vorgestellt wurde diese erweiterte Version der Evolutionstheorie Darwins im Jahr 1942. Bis heute ist sie, trotz einiger später erfolgter Erweiterungen, im Kern gleich geblieben und hat sich mit ihren Aussagen bewährt.
Aus der Evolutionstheorie wurden, bei der Überarbeitung zur synthetischen Evolutionstheorie, die letzten Reste von Ansätzen der Evolutionstheorie von Lamarck entfernt. Außerdem wurde sie um wichtige Aspekte erweitert. Dazu gehörten unter anderem die Genetik und Ergebnisse der Populationsgenetik.
Anhand dieser neuen Erkenntnisse konnte erstmals die Grundlage für die Evolution beschrieben werden. Gene bestimmen dabei den Phaenotyp, wobei Zufallsveränderungen, in Form von Mutationen der Gene, diesen Phaenotyp verändern können und damit einen Angriffspunkt für die Selektion liefern.

Im Laufe der Jahre wurde die synthetische Evolutionstheorie immer wieder bestätigt und durch die neu gewonnenen Erkenntnisse erweitert. Auf diese Weise wurde die DNA als molekularer Träger der Gene identifiziert und die Erforschung der DNA führte zu weiteren Erkenntnissen über die molekularen Grundlagen der Evolution.

Viele der Ergebnisse der Forschung wurden lange Jahre falsch interpretiert. Unter anderem wurde bei der Sequenzierung der DNA viel Material gefunden, welchem man zunächst keine Funktion zuordnen konnte und die man daher einfach als Müll oder sogenannte Junk-DNA bezeichnete. Inzwischen sind viele der Ergebnisse neu interpretiert worden und es wird weiter an ihnen geforscht. Dass Junk-DNA eine Funktion besitzt, wird mittlerweile nicht mehr bestritten. Unter anderem wird ihr eine Funktion bei der sogenannten RNA-Interferenz zugeschrieben, welche eine wesentliche Rolle bei der Kontrolle der zellulären Abwehr gegen Viren spielt und der auch eine kontrollierende Fähigkeit bei den biochemischen Vorgängen in der Zelle zugeschrieben wird.

Viele weitere Ideen sind weiterhin umstritten, doch häufen sich die Forderungen nach einer Überarbeitung der synthetischen Evolutionstheorie.
Einige der eingebrachten Ansätze sind Ergebnisse der Epigenetik, welche eine Veränderung der vererbten Merkmale ermöglichen, ohne dass es zu einer Veränderung der Basenfolge der DNA kommt. Diese Mechanismen können gezielt als Anpassung an eine sich verändernde Umwelt aktiviert werden und sind somit gerichtet, was in vielen populärwissenschaftlichen Magazinen als eine Wiederauferstehung einer Evolution nach Lamarck gefeiert wurde.
Andere Ansätze zeigen außerdem auf, dass die Mutationen in einer Zelle nicht vollständig zufällig auftreten, sondern von der Zelle gezielt in einigen Bereichen zugelassen oder ausgebremst werden, was dem Organismus eine aktivere Rolle in der Evolution einräumt als das bisher der Fall war.

Bei diesen und vielen weiteren Ansätzen wird diskutiert, ob die synthetische Evolutionstheorie entsprechend erweitert werden sollte, um diese Mechanismen mit zu berücksichtigen.

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